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Rollski-Weltcup in Otepää und Madona 2020

Nachdem die Saison ursprünglich aus Veranstaltungen in Italien, Lettland, Estland, Russland und China bestehen sollte, fanden letztenendes zwei davon statt, den Corona-Beschränkungen geschuldet.
Da auch die Ausrichtung der Weltcups im Baltikum, nachdem Russland und Italien abgesagt wurden, nicht sicher erschien, war die Freude von der festen Zusage des Veranstalters im Team Deutschland groß.
Weitere Hindernisse wie plötzlich geschlossene Grenzen von Transitländern wie Polen sorgten dafür, dass auch das Team Deutschland in kleinerer Besetzung anreiste, als das ursprünglich geplant war. Fliegen machte die Reise dennoch für einen Teil möglich, bei anderen Nationen wie Italien, Schweden und Russland war dies leider nicht der Fall und somit mussten die Rennen ohne die Genannten stattfinden, was auf jeden Fall eine Reduktion der Starterzahlen mit sich brachte. Dem zum Trotze freuen wir uns, dass wir dort sein durften und, dass der Veranstalter keine Abstriche im Verlauf der Veranstaltungen gemacht hat, sondern „voll durchgezogen“ hat.

Die Weltcups in Estland und Lettland hielten für das Team Deutschland bei den Juniorinnen fünffaches Gold und einmal Bronze für Merle Richter, bei den Junioren gute Top 10 Platzierungen und bei den Herren Sprint Gold auf 200m für Nico Rieckhoff vor dem Vorjahresweltmeister Ragnar Bragvin Andresen bereit:

Estland
Die anderthalbwöchige Reise begann mit der Ankunft am Flughafen in Riga. Von dort aus sorgten Shuttle des Veranstalters sowie ein eigener Mietwagen für eine zügige Überfahrt nach Otepää in Estland in ca. 3 Stunden, vorbei an Feldern und kleinen Höfen durch das ländliche Idyll der baltischen Staaten.

Donnerstag
Der Donnerstag ist wie gewohnt der erste Tag eines solchen Wochenendes, welcher stets aus einem offiziellen Training besteht. In diesem Fall konnten weiterhin die Rollski getestet werden, auf denen die Klassikrennen gelaufen werden sollten.
Die Firma FF-Ski aus Norwegen, die hierfür persönlich angereist war, stellte diese für die Veranstaltungen in Estland und Lettland zur Verfügung.
Erste Runden im berühmten Tehvandi Stadion, durch steile Abfahrten und ein mit kurzen Anstiegen gespicktes kuppiges Profil der Strecke, schufen erstes Vertrauen in die zur Verfügung gestellten Gummirollski.
Der Tag klang entspannt aus mit einer Runde Nudeln.

Freitag
Am Freitag hieß es 1,3km Volldampf im klassischen Stil durchs Stadion.
Die Runde lag mit Start und Ziel am Schießstand vor der Tribüne im Stadion, begann mit einer langgezogenen 180° Kurve in einen sanften Anstieg hinauf (der sich ganzschön ziehen kann, wie sich später herausstellte) und anschließend in den Knackpunkt der Strecke, einer Abfahrt mit Rechtskurve und direkt anschließendem steilen 100m Anstieg, bevor es um eine 180° rechts-Wende entlang einer kleinen Schleife zurück zur Abfahrt ging, die man vorher hinauf lief, noch die lange Rechtskurve ins Stadion und Zielsprint.
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Auf dieser schönen Strecke setzte sich bei den Juniorinnen Merle Richter auf den Medallienplatz 3 bis ins Finale durch und schlug somit einen Großteil der ausschließlich baltischen Konkurrenz.
Nachdem die Balten in den Finals stets zusammenhielten und taktierten, freut uns diese Platzierung um so mehr.
Bei den Junioren konnten sich Moritz Kirschner und Till Hartmann die Plätze 14 und 18 sichern, zwischen Finnen, Esten und Letten.
Die Herren Daniel Thiem und Nico Rieckhoff platzierten sich auf den Plätzen 20 und 15, hinter starken norwegischen und baltischen Gegnern.

Samstag
Der Samstag hielt einen Umzug für den gesamten Renncircus in das ca. 40km entfernte Tartu bereit.
Dort hat es sich der Veranstalter nicht nehmen lassen, eine in Deutschland undenkbare Sperrung (zumindest für Rollskirennen) von über 7km auf einer Bundesstraße in Stadtnähe vorzunehmen, die sowohl dem Rollski Weltcup Flachstreckenrennen von über 27km auf eigenen Rennrollern diente, als auch am Folgetag für einen inline Marathon genutzt wurde.
Die Vorbereitungen von Seiten des Veranstalters waren entsprechend üppig mit großer Tribüne, vielen Zelten und Verpflegungsstationen an der Rennstrecke.

Das Feld der Juniorinnen und Damen ging nach 27km und heftigen Windschattenverfolgungen sowie engen Kämpfen um die Plätze mit Merle als glücklicher Siegerin der Juniorinnenklasse über die Zielliene, und das trotz Abdrängung in der 180° Wende mit einem fremdverschuldeten Sturz in der ersten Runde. Danach durften im kühlen und windigen Tartu die Herren und anschließend die Junioren loseifern.

Moritz Kirschner und Till Hartmann belegten die guten Plätze 10 und 12.
Nachdem Moritz in der ersten Hälfte des Rennens einen großen Teil der Führungsarbeit geleistet hatte, Till sich stets im Windschatten als Verfolger hielt, mussten die beiden Junioren nach den finalen Attacken der Spitzengruppe federn lassen und ihr Rennen mit Bravur zuende laufen.
Die Herrenrennen boten harte Kämpfe um jeden Platz im Windschatten und einige taktische Kniffe von Seiten der 5 Norweger in der Spitzengruppe, die während des Senior Men Rennens in stetem Austausch über diese standen.
Nach anfangs höherem Tempo, fiel dies teils aus Uneinigkeiten über die Führungsarbeit im Anfang des zweiten Drittels des Rennens ab, was unverhofft und ungeplant zu deutscher Führungs-„arbeit“ nämlich taktischer Tempoeinsparung um für die darauffolgenden Attacken, die mit Sicherheit in solchen Rennen kommen, noch genügend Kraft zu besitzen.
Nico Rieckhoff zog gut beim Tempo der Führungsgruppe mit, musste sich aber in der Finalen Tempoverschärfung, nach mehreren Attacken, auf der letzten Runde den starken Esten, Letten und Norwegern geschlagen geben.
Nico und Daniel fuhren auf guten Plätzen 9 und 13 ein.
Der Tag klang entspannt aus mit einer Runde Reis.

Sonntag
Sonntag hielt ein Intervallstartrennen über 10 bzw. 15km bereit, wieder zurück auf der kuppierten Strecke im Tehvandi Stadion, diesmal aber die lange Runde mit viel Abwechslung und schöner Streckenführung, darüber war sich das deutsche Team einig.
Nichtsdestotrotz war die Strecke kräftezehrend und hielt das Potential bereit, in einem der steilen Anstiege zu viel Laktat aufzubauen.
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Dennoch schaffte es Merle ihren Triumph des letzten Tages zu wiederholen, mit nicht weniger als einer Minute Vorsprung.
(Der Herrenchor des deutschen Teams freute sich besonders, erneut bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne anstimmen zu dürfen; etwaige Aufnahmen stehen unter Verschluss).
Nach einem letzten Wettkampftag der in die Knochen ging durften die Junioren Till und Moritz einen guten 11ten Platz und einen 18ten Platz verzeichnen.
Die Herren Nico und Daniel schnitten auf gleicher Strecke mit den Plätzen 14 und 17 ab.
Im Anschluss zog das deutsche Team mit Mietwagen und dank freundlicher Mitnahme im lettischen Shuttle, nach Madona in Lettland um.

Lettland
Montag-Mittwoch
In einem Blockhaus angekommen, das für die nächste Woche gemietet wurde mit direktem Blick auf die Rennstrecke für Sonntag, standen von Montag bis Mittwoch vorallem Regenerationstraining, Nudeln, ein Ausflug in einen nahegelegenen Nationalpark sowie das Vertraut-werden mit den Strecken auf dem Programm.

Donnerstag
Wieder als erster offizieller Trainingstag geplant ging dieser unspektakulär, nach morgendlichem Test der gestellten Rollski auf der „Smeceres Sils“ Rollerbahn und letzten Vorbereitungen für den am Freitag anstehenden 200m Sprint am Nachmittag, zuende.
Der letzte Feinschliff sollte hier gesetzt werden.

Freitag
Eines der publikumsreichsten Rennen war dank schönem Wetter, der im Stadtzentrum von Madona gelegene 200m Sprint. Die Strecke verläuft untypisch, im Gegensatz zu sonst gewohnten Strecken, bergauf, was die bis zu 3 Heats bis zu den Finalen kräftezehrend gestaltete.
Zuerst legte jeder Sportler auf einer der vier Bahnen einen Prolog, also einen Einzellauf mit Schrankenstart ab, nachdem die Aufstellung für die darauffolgenden Heats gemacht wird.
Aufgrund der Teilnehmerzahl in manchen Klassen mussten viertel-Finals teilweise entfallen oder mit 3 statt 4 Sportlern gestartet werden.
In der Qualifikation konnte sich Merle Richter vor den Lettinen Sahno und Krumina durchsetzen.
Die Junioren Moritz und Till konnten sich auf Platz 10 und 17 einreihen, was für Moritz den Einzug in die viertel-Finals bedeutete.
Die Herren Nico und Daniel platzierten sich auf Platz 3 und 12, ersterer hinter den Norwegern Kristoffersen und dem Vorjahres-Weltmeister Andresen.

Diese Ergebnisse hießen für einige vom deutschen Team den Einzug in die Finals im direkten Kampf gegen die Konkurrenz.
Nach den ersten Metern die nicht in Skating-Technik zurückgelegt werden durften, war die Technik freigegeben.
Nachdem Merle eine mündliche Verwarnung wegen eines Frühstarts im semi-Finale bekam, gelang ihr der Start, um sicher zu gehen, nur mit etwas Verzögerung, die sie allerdings innerhalb weniger Meter durch kraftvolle Schritte aufholen konnte – Finale.
Moritz Kirschner musste sich, nach verzögertem Start nach annäherndem Fehlstart, der Steigung und den Letten geschlagen geben.
In den zwei Final-Heats entschied Nico sich, wie schon im Prolog, einen Start in klassischer Technik, wie im Jahr zuvor schon die Italiener, zu machen, was ihm in den ersten Metern schon einen guten Vorsprung verschuf. Diesen galt es zu halten, was ihm auch durch das Überraschungsmoment dieses Starts, vor dem Norweger Andresen, gelang.
Die Finals der Juniorinnen gewann souverän Merle Richter, wie es sich auch schon im Prolog abgezeichnet hatte.
Der Sieg der Herrenklasse ging nach diesem Prolog eher unerwartet an Nico Rieckhoff, der dank des schnellen Starts die Norweger und Letten von Anfang an hinter sich hatte.

Die Siegerehrung war gleichzeitig der Eröffnungsabend und bot ein reiches Programm an lokaler Kultur mit lettischen Volksliedern und einer Liveband die im Anschluss die Eröffnung des Wochenendes offiziell beschloss. Der Herrensieg wurde mäßig mit einem Bier und Nudeln gefeiert.

Samstag
An einem regnerischen Tag begab sich das deutsche Team nun in die Mitte Madonas wo am Vortag der Sprint stattgefunden hatte, die Wettervorhersage bestimmte, dass die Organisatoren auch eine Verschiebung bis zum Abbruch des Rennens in Erwägung ziehen mussten. Der Regen stabilisierte sich, was sehr wichtig war, um die Strecke mit ihren engen, schnellen Kurven und Spitzkehren nicht noch Anspruchsvoller zu machen.

Im strömenden Regen startete das Feld der Damen zusammen mit dem der Juniorinnen. Nachdem Merle die erste Runde auf dem anspruchsvollen, mit steilen Anstiegen gespickten Kurs, etwas zu hart anging, wurde sie wieder von vorerst abgehängten Konkurentinnen eingeholt. Im Verlauf des Rennens stabilisierte sie sich und es war ihr wieder möglich das Feld zu bestimmen.
Sie fuhr souverän den nächsten Sieg für Deutschland in der Juniorinnenklasse ein.
Bei den Junioren machten Till Hartmann und Moritz Kirschner von Anfang an einen wachen und frischen Eindruck. Wie an diesem Tag geboten gingen sie die erste Runde etwas gezügelt an um zu sehen wie sich das Starterfeld in den rutschigen Kurven verhalten würde, vorsicht war definitiv geboten, doch kam es zu keinerlei Unfällen… aufgrund der Nässe.
Nach den erfolgten ersten Runden befand sich Till Hartmann in der Verfolgergruppe und begann den Angriff auf die vor ihm liegenden Starter, von guter Ausgangsposition aus. Doch in diesem Moment löste sich eine Schraube seines Rollskis, sein Rad machte sich selbstständig und dies führte unvermeidlich zum Sturz, wodurch die berechtigte Hoffnung im Spitzenfeld einzulaufen durch mangelnde Ersatzrollski auf diesem Streckenabschnitt, zerschlagen war.
Moritz lief derweil sein Rennen und fuhr auf einen guten Platz 11 ein.
Nachdem Nico in der ersten Runde versuchte am Spitzenfeld zu bleiben, holten ihn schon nach dieser, die Straparzen vom Vortag ein, sodass schnell Teamkollege Thiem sowie Letten und Littauer an ihm vorbeizogen. Das weitere Rennen gestaltete sich hart und endete mit Daniel Thiem auf Platz 8 und Nico Rieckhoff auf letzter Platzierung.
Nach anschließender Siegerehrung im Regen, wurde dieser Tag mit warmer Dusche und einem Topf Nudeln beendet.

Sonntag
Der finale Tag mit seinen 15km Einzelstart in Klassischer Technik auf der Rollskistrecke des „Smeceres Sils“ zeigte sich kühl, jedoch angenehmer als am Vortag.
Die Streckenführung bestand aus knackigen langezogenen Anstiegen sowie schnellen scharfen Kurven die viel Fliehkraft auf die Sportler wirkten, die Vorbereitung auf dieser Strecke machte sich demnach bezahlt.
Die Strecke und Distanz lagen einmal mehr ganz auf Merles Seite, die das Rennen stets führte und auf den letzten Runden ihren Vorsprung final ausbaute und sich zum 5ten mal mit Gold gegen die baltische Konkurrenz durchsetzen konnte.
Nach harten Anstrengungen beschloss Till Hartmann das Rennen auf einem tollen Platz 7 und Moritz Kirschner auf gutem Platz 10.
Die Herren Daniel Thiem und Nico Rieckhoff beschlossen das Wochenende auf Rang 8 und 7 hinter Norwegen, Lettland und Litauen.

Fazit
Das Rollski Team Deutschland hofft, dank toller Organisation und großen Bemühungen von Seiten der Veranstalter (TV-Ausstrahlung, Livestreams, Facebook, Webseiten uvm.), diese in den nächsten Jahren noch öfter genießen zu dürfen, zu hoffentlich etwas restriktionsloseren Zeiten als es mit dieser Saison und Rennen nun der Fall war. Die Organisatoren hatten strikte Konzepte zur Einhaltung der Corona-Auflagen, die Ellenbogengratulation könnte sich der Coolness nach auf jeden Fall durchsetzen, und wir sind froh, dass wir dank dieses Konzeptes an den Veranstaltungen teilnehmen durften. Der Spaß und die Freude über die Erfolge waren dennoch groß und es war ein schönes Erlebnis, was auch über die hinteren Platzierungen im Feld hinweg tröstet.



Rollski-Weltcups in Italien: Monte Bondone, Trento und Val die Fiemme, 12.09.-15.09.2019

18 Sportler, zwei Betreuer und sechs Eltern. In Italien war das Rollskiteam Deutschland groß vertreten und stellte die zweitgrößte Mannschaft.

An den Start gingen bei den Juniorinnen Merle Richter und Lena Keck mit großen Medaillenchancen. Die fünf Junioren waren Kilian Kober, Vincent Fichte, Marcel Holzhauer, Erik Kupfer und Nils Bittner, welche teilweise ihren ersten Weltcup hatten und Erfahrung für die Zukunft sammeln sollten. Celine Rieß, Hanna Nöhmeier, Anna Rockstroh und Melina Schöttes waren die deutschen Damenvertretung. Unsere Sprinthoffnung Nico Rieckhoff war ebenso bei den Herren unterwegs wie Fabian Krämer, Peter Riedl, Daniel Thiem, Michael Henning, Falk Lembke und Marcel Bund.

Dieser Weltcup war ein Stage-Event, das heißt, man muss jeden Wettkampf laufen und kann nicht beim 3. Wettkampftag einsteigen. Dies hat Vor- und Nachteile, denn die einzelnen Wettkampfdistanzen werden kürzer, aufgrund der Mehrbelastung. Jedoch müssen sich Sprinter auch mal einen steilen Berg hoch quälen, was die Leistungen der Bergspezialisten noch einmal mehr widerspiegelt, anhand der Rückstände zu sehen.

Zuerst gab es am Donnerstagvormittag einen Berglauf über 2,5 km mit 200 Höhenmeter für die Damen sowie 5km mit 350 Höhenmeter bei den Herren , der es für die größtenteils deutschen Flachländer auf 1300 m Starthöhe in sich hatte. Bei nahezu allen Sportler brannte zuerst die Lunge, dann der restliche Körper. Kein Grund nicht zu kämpfen. Beste Deutsche wurde Neuling Lena mit Platz 6, dicht gefolgt von Merle auf 7. Vincent überraschte mit einem starken Lauf und wurde 14. bei den Junioren. Danach kam Kilian als 16., Nils 17., Marcel 19. und Erik 20. Ins Ziel. Anna meldete sich nach einem Kreuzbandriss in Ihrer Paradedisziplin zurück im Weltcupzirkus und ist in einer guten Zeit auf Platz 12 gelaufen. Melina erreichte den 13. Platz, Hanna den 19. und Celine den 23. Platz. Auch Fabian zeigte eine gute Form am Berg und wurde 26. gefolgt von Peter mit dem 27. Platz und Michael auf Platz 28. Die weiteren Ergebnisse sind Nico mit Platz 32, Falk mit Platz 34, Marcel mit Platz 35 und Daniel mit Platz 36. Der Auftakt war geschafft und nun wurde den verbleibenden Tag die Gegend genossen. Am Freitag ab 14 Uhr sollte es weiter gehen.

Nach dem offiziellen Training auf der Wettkampfstrecke im Zentrum von Trento ging es im Sprint über 200 m zur Sache. Nur die schnellsten kommen weiter. Sprich bei den Juniorinnen aufgrund der Teilnehmerzahl Top 8, bei allen anderen Top 16. Das Feld war sehr stark besetzt. Nahezu alle WM-Medaillengewinner waren am Start. Und da geschah es, Merle sicherte sich den 3. Platz! Der erste Podestplatz für Deutschland in dieser Saison. Sie musste sich nur im Halbfinale der späteren Gewinner Julie Henriette Arnesen aus Norwegen, die eine unglaubliche Sprintform hat, geschlagen geben. Sportschulkameradin Lena ist auf Platz 8 gelaufen. Bester Junior war Kilian mit einem gutem Platz 11. Überraschend ist Erik in die Finals gekommen und sicherte sich den 15., gefolgt von Vincent auf 16. Nils kam als 20. und Marcel als 21. ins Ziel. Bei unseren Damen war leider keine Sprintspezialistin am Start. Die beste Platzierung gelang Melina als 17., damit knapp an der Qualifikation für die Finals vorbei. Danach kam Celine 19., Hanna als 20. und Anna als 23. ins Ziel. Eine weitere Überraschung lieferte Nico. Mit neuem Start aus der klassischen Diagonaltechnik heraus sprintete er auf Platz 9 vor und ließ einige Rollskigrößen hinter sich. Das lässt doch auf die nächsten Jahre hoffen. Ebenfalls knapp an der Qualifikation scheitere Marcel auf 17. Peter kam als 26., Fabian 28., Daniel 36., Falk 39. und Michael als 41. ins Ziel. Der Podestplatz wurde standesgemäß mit einer leckeren Pizza in Trento gefeiert.

Am Samstagvormittag sind wir von Trento nach Val di Fiemme, genauer Ziano di Fiemme gefahren, da dort der 2. Teil des Weltcups stattfand. Dort ging es im Massenstart über 10 km für die Damen bzw. 15 km für die Herren um das Podium. Merle nahm ihre Vortagesform mit in dieses Rennen und wurde 2.! Leider verlor sie den Zielsprint, jedoch ein super Resultat. Lena komplettierte das Juniorinnenergebnis mit Platz 10. Ebenso Kilian ließ mit Platz 12 für die Zukunft aufhorchen. Die weiteren Deutschen liefen auf Platz 15 mit Vincent, auf Platz 18 mit Marcel, auf Platz 19 mit Erik und Nils auf Platz 20. Bei den Damen ist Melina, wie am Vortag, auf Platz 8 gelaufen, gefolgt von Hanna als 16., Anna als 17. und Celine auf 21. Die Herren hatten mit ihren sechs Runden sehr zu kämpfen und bester wurde Peter als 26., dicht dahinter Fabian als 28. Danach Falk als 30., Daniel 31., Marcel 32., Michael 37. und Nico als 39.

Den Abschluss des Stage Event bildete der Anstieg zu Alpe Cermis, was auch der Schlussanstieg der Tour de Ski ist. Erst mussten 10 km über Straßen und Radwege absolviert werden, bevor der über 3 km steile Aufstieg bevorstand. Gestartet wurde in einer Verfolgung anhand der Ergebnisse der Vortage mit Wellenstarts für die restlichen Sportler mit höheren Ruckständen. Im Ziel wurde dann die Einzelzeit des Wettkampftags, sowie die Gesamtwertung geehrt. Bei der Einzelzeit lief Lena überraschend auf Rang 3 – starker Lauf! In der Gesamtwertung kam sie auf Platz 4. Merle kam ein paar Sekunden nach Lena ins Ziel und wurde in der Gesamtwertung 3.! Bei den Junioren war Vincent bester Deutscher auf Rang 14, gefolgt von Kilian auf 16, Nils 17., Marcel 19. Und Erik als 20. Melina scheint bei den Damen den 8. Platz zu reservieren und kam wieder auf diesem in das Ziel. Zweitbeste Deutsche war Hanna mit Rang 17, danach Anna als 18. Und Celine auf 22. Bester bei den Herren unseres Teams war Peter mit Platz 24, knapp dahinter Fabian auf 25. Michael wurde 30., Nico 31., Falk 32., Marcel 33. Und Daniel erkämpfte sich Platz 34.

Nach leckerer Pasta-Party im Ziel haben sich die Wege wieder getrennt. Der Sommer geht so langsam zu Ende und der lang ersehnte Winter naht. Dank unserer Juniorinnen war es ein erfolgreicher Weltcup. Damit konnten wir im Nationencup auf Rang 6 enden. Jeder hat sich gut verkauft und Erfahrung gesammelt. Die Stimmung war allzeit sehr gut, auch wenn wir so ein großes Team waren. Wir bedanken uns bei allen Sponsoren und Unterstützern! In der nächsten Zeit werden die Stellschrauben für das kommende Jahr gedreht und wir hoffen das Beste.


Rollski-WM in Madona, Lettland (08.-11.08.2019)

Nach langer Anreise kam das DSV-Team am Mittwoch in der Kleinstadt Madona mitten in Lettland an. Dort drehte sich alles um die Weltmeistertitel, welche nur alle zwei Jahre bei den Weltmeisterschaften vergeben werden.

Insgesamt waren 15 Nationen mit 171 Sportler am Start. Deutschland vertraten in der Juniorinnenklasse Rosa Zimare und Katja Müller-Kuckelberg, in der Damenklasse Melina Schöttes, Julia Richter und Hanna Nöhmeier, in der Juniorenklasse Kilian Kober, Moritz Kirschner und Vincent Fichte und in der Herrenklasse Fabian Krämer, Peter Riedl und Marcel Bund. Antonio Richter war für die tollen Bilder verantwortlich. Team-Captain war Marcel Bund mit Unterstützung von Toralf Richter. Für viele war es die erste WM-Teilnahme, nur Julia und Marcel waren bereits bei der WM vor zwei Jahren in Solleftea (SWE) dabei. Die diesjährige WM war mit Natalie Nepryaeva (RUS), Linn Sömskar (SWE), Alexander Bolshunov (RUS) und Ragnar Bragvin Andresen (NOR) durchaus hochkarätig besetzt.

Tag 1
Donnerstag stand der Einzelstart in der klassischen Technik auf dem Programm. Das Rennen wurde auf dem Smeceres Sils Gelände neben der Stadt ausgetragen. Auf der technisch anspruchsvollen Strecke mussten die Sportlerinnen 10 km und die Sportler 20 km absolvieren. Rollski wurden von der Firma Elpex gestellt, welche normale Trainingsgeschwindigkeit mit Gummirädern hatten. Das beste deutsche Ergebnis konnte an diesem Tag Julia Richter mit Platz 10 bei den Damen einfahren. Melina wurde 16. und Hanna 20. Gewonnen hat Favoritin Natalie Nepryaeva (RUS) vor Lucia Scardoni (ITA) und Linn Sömskar (SWE). Das Juniorinnenrennen wurde von einer Nation dominiert: Russland. Ein Dreifachsieg durch Anastasiya Faleeva, vor Kristina Kuskova und Arina Bylinko. Unsere Vertreter kämpften bis zum letzten Meter, am Ende standen Platz 17 für Rosa und Platz 23 für Katja auf der Ergebnisliste. Kilian, Moritz und Vincent kamen nach 20 schweren Kilometern hintereinander auf den Plätzen 26, 27 und 28 ins Ziel. Schweden stellte den Sieger mit Johan Ekberg, Russland mit Alexander Grigoriev den Zweiten und Norwegen mit Ola Spiseth den Dritten. Die Herren hatten noch einen kleinen Bonus: Dauerregen, der pünktlich zum Rennstart begann. Alle drei deutschen Herren meisterten die Strecke und belegten direkt nacheinander Platz 28 Fabian, 29 Peter und 30 Marcel. Froh über die Dusche danach war bestimmt auch Gewinner Alexander Bolshunov vor Landsmann Ilia Poroshkin und dem Schweden Victor Gustafsson.

Tag 2
Am nächsten Tag stand die Spezialdisziplin des Rollski auf dem Programm, denn diese ist nicht im Langlaufweltcup vertreten: 200m Sprint auf Rennrollern. Zuerst wurde ein Prolog aus einer normalen Startschranke und 15 Sekunden Startintervall über 200 m ausgetragen, danach starteten die Finals mit den 16 besten Sportlern. In den Finals traten immer vier Sportler gegeneinander an und die zwei schnellsten Sportler kamen weiter.
Die diesjährige Strecke ging bergauf, weshalb der Start bei den Finals aus 5m Doppelstockschub bestand und anschließend in freier Technik gelaufen wurde. Leider sind nur vier deutsche Sportler weitergekommen und mussten sich dann bereits im Viertelfinale den Spezialisten geschlagen geben – dennoch sehr gute Platzierungen für Rosa und Julia als 13., Kilian 15. und Melina auf Platz 16. Marcel war als 19. knapp an der Qualifikation vorbei. Weitere Platzierungen der Deutschen waren Hanna 20., Katja 21., Moritz 24., Peter 26. und Fabian, ebenso wie Vincent auf 27.
Wie bei der ersten Station des Rollskiweltcups in Peking fing es ab den Halbfinals an zu regnen. Somit wechselten viele Sportler auf die Regenräder. Dies veränderte die Rennen gravierend, denn manche Sportler sind mehr auf ihre Beinarbeit angewiesen, welche nun auf der nassen Fahrbahn nach Grip suchten. Am besten kamen die norwegischen Sportler mit den Bedingungen zurecht. Bei den Herren gab es sogar einen Dreifachsieg für Norwegen: Ragnar Bragvin Andresen vor Jostein Olafsen und Kristian Ankersen. Bei den Damen dominierte Linn Sömskar (SWE) und wurde klare Erste, vor Jackline Lockner (SWE) und Anna Bolzan (ITA). Ebenso deutlich siegte die Norwegerin Julie Henriette Arnesen in der Juniorinnenklasse. Die weiteren Podiumsplätze gingen an Russland mit Angelina Agafonova und Kseniya Isaychenkoca. Lokalmatador Niks Saulitis wurde starker 3. Platz bei den Junioren, was den Letten sehr zu gönnen ist. Für den organisatorischen Aufwand war ein Erfolg mehr als verdient. Auch wurde sehr lautstark der Erfolg von den Zuschauern gefeiert. Gewonnen hat Dmitriy Karakosov vor Alexander Grigoriev, beide Russland.

Tag 3
Auch der Massenstart darf als essenzielle Disziplin bei einer WM nicht fehlen. Am Samstag ging es auf der sehr kupierten 3,3 km Runde zur Sache. Dafür wurden von der Firma Elpex Gummiräder gestellt, welche man in seinen eigenen Holmen einbauen konnte. Nach einem Abend Einbauarbeit fuhren alle Rollski, wie sie sollten. 15 km standen für die Juniorinnen auf dem Plan, welche ziemlich eintönig verliefen. Ein russisches Quartett fuhr einsam zum Sieg: Kristina Kuskova, Anastasiya und Arina Bylinko liefen auf das Podest. Keinen guten Tag erwischte Katja und wurde leider überrundet. Rosa kämpfte, ersichtlich an Gestik und Mimik, und konnte Platz 14 erreichen. Auch bei den Damen über 15 km gab es einen Ausfall: Hanna hatte Magenprobleme und musste in Runde 1 aufhören. Melina schaffte Platz 17. Julia fuhr ein sehr starkes Rennen und war die gesamte Zeit in der Führungsgruppe, doch aufgrund eines kleinen taktischen Fehlers endete sie auf Platz 7. Das beste Einzelresultat unseres Teams. Wir sind zuversichtlich, dass sie bald ein Top 6 Platz schaffen wird und somit zur Siegerehrung darf. Gewonnen hat mit ihrer überragenden Form erneut Linn Sömskar (SWE) gefolgt von Alena Prochazkova (SVK) und Sandra Schützova (CZE). Bei den Junioren zeigte Alexander Grigoriev (RUS) sein Können und gewann vor Johan Ekberg (SWE) und Dmitriy Karakosov (RUS). Die Deutschen konnten das Tempo nicht mithalten und ohne Windschatten den Rückstand nicht klein halten. Am Ende war Kilian als bester Deutscher auf Platz 21, Vincent auf 27 und Moritz auf 29. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Herren: die Führungsgruppe, bestehend aus über 15 Sportlern, war zu schnell für die deutschen Sportler, somit wurde Fabian 30. und Peter 31. Gewonnen hat Victor Gustaffson (SWE), starker Zweiter wurde Südtiroler Matteo Tanel (ITA) und Platz 3 ging, zu Freuden der zahlreichen Zuschauer an der Strecke, an Raimo Vigants aus Lettland.
Die Erschöpfung war den Sportlern nach drei Wettkampftagen bereits anzusehen, aber es stand noch ein letzter Wettkampf auf dem Programm.

Tag 4
Der Teamsprint war der Abschluss der WM. Wie am ersten Tag wurde auf dem Gelände Smeceres Sils im Freistil auf den vom Vortag gestellten Rädern um die Medaillen gesprintet. Pro Nation durfte nur ein Team starten. Jeweils drei Runden absolvierten die Juniorinnen Rosa und Katja und kamen auf Platz 7. Team Russland mit Olga Potapova und Arina Bylinko gewann klar vor Schweden mit Nora Lignell und Sara Andersson und überraschend Slowenien mit Timea Mazurova und Kristina Sivokova. Keinen guten Tag erwischten die Junioren Kilian und Moritz, aufgrund der Anstrengungen der letzten Tage war nur Platz 10 drin. Dmitriy Karakosov und Alexander Grigoriev aus Russland gewannen ihr Rennen wieder klar vor Schweden mit Filip Rosjoe und Johan Ekberg und Norwegen mit Jonas Fridlund und Amund Korsaeth. Erfolgreich waren Julia und Melina auf Platz 6. Die Favoriten Moa Olsson und Linn Sömskar aus Schweden gewannen, Platz 2 ging an Italien mit Lisa Bolzan und Lucia Scardoni und Platz 3 an Russland mit Anastasia Vlasova und Svetlana Nikolaeva. Die Herren durften jeweils fünf Runden pro Sportler absolvieren und das war leider etwas zu viel für Fabian und Marcel, die Platz 14 erreichten. Matteo Tanel und Francesco Becchis aus Italien kamen überraschend vor dem norwegischen Duo Patrick Fossum Kristoffersen und Altmeister Ragnar Bragvin Andresen ins Ziel. Abgerundet wurde das Podium von Schweden mit Victor Gustafsson und Robin Norum.

Fazit
Trotz vieler Ergebnisse im hinteren Bereich der Ergebnisliste war die Stimmung im Team allzeit gut. Jeder hat Erfahrungen gesammelt und kann mit diesen weiter an sich arbeiten. Und wer weiß, vielleicht holen wir bei der nächsten WM mal wieder eine Medaille. Dank der Top Organisation und Hilfsbereitschaft des lettischen Teams gingen die Tage viel zu schnell um, aber es bleibt eine bleibende Erinnerung. Bedanken wollen wir uns bei unseren Sponsoren nordicx.com und Redvil für die tolle Unterstützung!